WARUM ICH TRACKS ANFANGE UND WIEDER VERWERFE

Ich fange Tracks an wie andere Gespräche. Mit Neugier, manchmal mit zu viel Hoffnung. Ein Kick, der gut klingt. Eine Bassline, die kurz grinst. Ein Loop, der so tut, als hätte er etwas zu sagen.

Und dann höre ich zu. Wirklich.

Die meisten Tracks halten das nicht aus. Sie brechen ein, sobald man sie ernst nimmt. Sie laufen, aber sie gehen nirgendwohin. Sie machen Lärm, aber keine Aussage. Das ist kein Scheitern. Das ist Selektion.

Ich verwerfe Tracks, weil sie lügen. Weil sie nur funktionieren, solange man sie nicht fühlt. Weil sie nett sind. Weil sie geschniegelt sind. Weil sie sich anbiedern.

Ein guter Track widerspricht mir. Er nervt. Er bleibt hängen. Er zwingt mich, länger wach zu bleiben, als geplant war. Wenn ein Track nach zwei Stunden fertig klingt, ist er meistens tot.

Ich brauche Reibung. Schmutz. Diese eine Stelle, die unbequem ist. Wenn ich sie nicht finde, fliegt der Track raus. Ohne Drama. Ohne Screenshot. Ohne Release.

Viele Skizzen werden nie jemand hören. Und das ist gut so. Sie waren notwendig, damit die richtigen Tracks überhaupt entstehen konnten. Rave ist kein Fließband. Rein.Hart schon gar nicht.

Ich baue keine Playlist. Ich baue Spannung. Und dafür muss man Dinge wegwerfen können.

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