Ich habe diesen Song nicht geschrieben, weil ich Lust hatte zu tanzen.
Ich habe ihn geschrieben, weil Sitzen keine Lösung mehr war.
„Tanzen“ ist entstanden in einem Moment, in dem Reden sinnlos wurde. Zu viele Meinungen, zu viele Erklärungen, zu viele Leute, die alles fühlen wollen, ohne sich zu bewegen. Ich stand da, innerlich randvoll, äußerlich funktionierend, und mein Körper wusste längst, was mein Kopf noch diskutierte.
Beweg dich. Oder geh unter.
Tanzen ist kein Freizeitverhalten. Tanzen ist Überleben mit Stil.
Ein körperlicher Einspruch gegen Stillstand, gegen Vernunft, gegen dieses leise Einverständnis mit dem eigenen Verschwinden.
Der Beat von „Tanzen“ kommt nicht höflich rein. Er tritt die Tür auf. Er fragt nicht, wie dein Tag war. Er interessiert sich nicht für deine Ausreden. Er nimmt dich am Kragen und sagt: Jetzt. Nicht morgen. Nicht später. Jetzt.
Ich habe gelernt, dass Menschen im Club ehrlicher sind als im Alltag. Im Alltag lügen sie sich an. Im Club schwitzen sie die Wahrheit raus. „Tanzen“ ist genau dafür da. Für diesen Moment, in dem man sich selbst kurz verliert und merkt, dass genau das die Lösung war.
Der Song ist stumpf, weil das Leben manchmal stumpf ist.
Der Song ist direkt, weil Umwege Zeitverschwendung sind.
Der Song ist laut, weil leise nichts mehr bewirkt.
Ich wollte keinen Track machen, der erklärt. Ich wollte einen, der zwingt. Nicht brutal. Unvermeidlich.
Wenn „Tanzen“ läuft, gibt es keine Diskussion mehr darüber, wer du bist, was du willst oder warum du hier stehst. Dein Körper übernimmt die Verhandlung. Und er ist ein verdammt guter Anwalt.
Rein.Hart existiert genau für diesen Zustand. Wenn Denken aufhört und etwas Echtes anfängt. Wenn der Raum verschwimmt und du plötzlich merkst, dass du da bist. Wirklich da.

Das hier ist kein Song für Playlists zum Nebenbei-Hören.
Das ist Musik für Räume, in denen die Luft knapp wird.
Für Augen, die glühen.
Für Menschen, die sich selbst wieder spüren wollen.
Wenn du bei „Tanzen“ stillstehst, hast du ihn falsch verstanden.
Oder du hast Angst vor dem, was passiert, wenn du loslässt.
Beides ist okay. Aber nur eines macht frei.
Der Bass lügt nicht.
Der Körper auch nicht.
Also tanz.
Rein.Hart.

