ICH BIN REIN.HART UND DAS HIER IST KEIN KARRIERETAGEBUCH

Ich sitze oft vor zu vielen blinkenden PlugIns, irgendwo zwischen Rave und Restrealität. Der Bass ist noch nicht an, aber mein Puls tut so, als wäre er es. Ich habe keinen Businessplan auf dem Tisch, nur kalten Kaffee, schlechte Ideen und diese eine gute, die mich nicht schlafen lässt.

Rein.Hart ist kein Projekt. Rein.Hart ist ein Zustand. Ein leicht erhöhter Blutdruck der Gesellschaft.

Ich habe lange genug gesehen, wie Menschen versuchen, Musik „richtig“ zu machen. Mit Excel Tabellen, Zielgruppenanalysen und dem leeren Blick von Leuten, die früher mal gebrannt haben. Ich habe beschlossen, das Gegenteil zu tun. Nicht aus Rebellion. Aus Notwendigkeit.

Ich mache Rave Musik für Leute, die zu viel denken und trotzdem tanzen wollen. Für Körper, die sich erinnern, bevor der Kopf versteht. Für Nächte, in denen man sich selbst kurz verliert und am nächsten Morgen mit einem Grinsen wiederfindet, das man sich nicht erklären kann.

Rein.Hart ist 90er Rave ohne Nostalgie. Eurodance ohne Entschuldigung. Humor ohne Sicherheitsabstand.

Ich habe gelernt, dass Labels keine Visionen signen. Sie signen Bewegung. Und Bewegung entsteht nicht aus Kalkül, sondern aus Reibung. Aus Übertreibung. Aus dem Mut, ein bisschen peinlich zu sein, bevor es plötzlich alle feiern.

Meine Songs sind keine Statements. Sie sind Ausrufezeichen mit Schweiß drauf.
Meine Videos sehen aus wie etwas, das nachts um drei entstanden ist. Weil sie es meistens auch sind. Meine Figur ist größer als ich. Gott sei Dank.

Ich spiele Rein.Hart, weil ich sonst zu vernünftig wäre. Zu leise. Zu angepasst. Rein.Hart darf Dinge sagen, die man sonst nur denkt. Rein.Hart darf tanzen, wenn andere noch diskutieren, ob es sich lohnt. Manche nennen das Trash. Andere nennen es Kult. Ich nenne es ehrlich.

Ich habe keine Angst davor, nicht ernst genommen zu werden. Ich habe Angst davor, langweilig zu werden. Das ist der wahre Tod im Musikgeschäft. Nicht das Scheitern, sondern die Mittelmäßigkeit mit gutem Pressefoto.

Wenn du Rein.Hart hörst, sollst du nicht wissen, ob du lachen oder eskalieren sollst. Idealerweise beides gleichzeitig. Wenn du nichts fühlst, habe ich versagt. Wenn du dich ein bisschen ertappt fühlst, bin ich nah dran.

Ich baue kein Denkmal. Ich baue einen Rave. Und wer rein will, muss nicht klug sein. Nur wach.

Der Bass kommt gleich.

Rein.
Hart.

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