TANZEN – Rein.Hart dreht durch im DIY-Greenscreen-Wohnzimmer
Für das Musikvideo zu „TANZEN“ hat Rein.Hart sein Wohnzimmer in ein Mini-Filmset verwandelt. Ein großer Stoff-Greenscreen wurde wie eine Hohlkehle gespannt, flankiert von drei Softboxen. Ein zusätzliches Licht von hinten (ein klassisches Rim Light) sorgte für klare Konturen. Die Kamera stand stabil auf einem Stativ, einmal in Totalen-Position, einmal für Nahaufnahmen. Dann folgte das volle Programm: Kostümwechsel, Takes, Performance, Soundbar am Laptop. Ein komplett eigenständiger, kompakter Dreh. DIY im Alleingang.
Die Entscheidung für den Greenscreen kam pragmatisch und ästhetisch zugleich. Es sollte bunt sein, flexibel, charakterbetont, aber ohne klassische Fotohintergründe. Digitale Farben und Räume mussten her, und der Greenscreen bot genau diese Freiheit. Das Ziel war ein Video, das die unterschiedlichen Figuren in poppigen, verspielten Hintergründen zeigt, ohne den Humor und die Ironie der Kunstfigur Rein.Hart zu verlieren.
Die Idee hinter dem Video dreht sich bewusst um einen Widerspruch. Der Titel verspricht Tanzen, doch die Figuren verweigern sich zunächst dem Rhythmus, aus Frust, Zwang oder einfach als Kommentar zu einer Welt, die viele bedrückt. Erst später brechen sie in minimalistischen, bewusst eingeengten Moves aus, um dann in einen freien, wilden Tanz zu kippen. Es geht um Befreiung, um das Zurückholen einer Energie, die im Alltag verloren geht. Und es geht um das Wiederentdecken des ungestörten Moments, fernab der Smartphone-Blicke in Clubs. Selbst der pinke Panzer taucht mit Ironie auf: ein Anti-Kriegs-Symbol, ein spielerischer Bruch, wie ein Kind, das einem Soldaten eine Blume ins Gewehr steckt. Musik verbindet. Tanz verbindet. Rein.Hart macht das sichtbar.

Der Dreh selbst brachte einige komische Zwischenstopps: Telefonate, ständiges Rein- und Rauslaufen, um Licht und Bild zu checken, und die ersten Screentests, bei denen die Kostüme so absurd wirkten, dass der Künstler selbst lachen musste. Die Vorbereitung bestand aus einer Mischung aus improvisierten Charakterentscheidungen und einem kleinen, eigenständigen Signature-Dance, den jeder lernen kann. Die Hoffnung: möglichst viele Fans, die ihn nachtanzen, online wie live.
In der Postproduktion lief alles über Adobe Premiere Pro. Die größte Herausforderung lag im Lichtsetup, besonders wenn die Kamera weiter weg stand und die Schärfe nicht ganz mitspielte. Vieles wurde klug kaschiert. Zusätzlich waren über Wochen mehrere Menschen im Umfeld krank, was die Produktion verzögerte. Am Ende wurde es ein Sprint, der sich gelohnt hat.
Der größte Spaß? Ohne Zweifel die Kostüme. Und später die Kombination der Takes im Editing, absurd, verspielt, typisch Rein.Hart. Humor, Exzess, Ironie, Trash, Kreativität und eine Menge Energie: Das Video trägt den Kern der Kunstfigur klar in sich.
„TANZEN“ sendet eine offene Botschaft. Frustration gehört zum Menschsein, aber irgendwann muss das Feuer wieder auflodern. Man darf zeigen, wer man ist. Man darf ausbrechen. Man darf wild, schrullig, verrückt, frei und einzigartig sein. Und am Ende stehen alle im gleichen Beat.

